Ist Textilproduktion „Made in Germany“ überhaupt noch möglich?

Seminarkurs von St. Josef bei TRIGEMA

Ist Textilproduktion „Made in Germany“ überhaupt noch möglich?

trigemaIm Rahmen des Seminarkurses, der dieses Jahr das Rahmenthema „Höher, Schneller, Weiter“ trägt, besuchten Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 1 des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums St. Josef in Schwäbisch Gmünd mit Ihren Lehrern Herrn Bertenrath und Frau Nagel das Textilunternehmen TRIGEMA. Die Firma Trigema hat ihren Hauptsitz auf der Schwäbischen Alb in Burladingen und wirbt damit, vom Garn bis hin zum fertigen Kleidungsstück, 100 Prozent „Made in Germany“, zu produzieren.
Der Textilbranche eilt ihr schlechter Ruf voraus. Große Kleidungskonzerne stehen in der Kritik, im Ausland zu produzieren, um die Produktionskosten so gering wie möglich zu halten. Was nicht nur zur Folge hat, dass Näherinnen und Näher im Akkord arbeiten müssen, sondern auch, dass Klamotten möglichst schnell hergestellt werden sollen. Dies hält die Produktionskosten zwar gering, geht jedoch zu Lasten der Umwelt.
TRIGEMA wirbt damit, dass sie umweltfreundlich und nachhaltig produzieren. Und genau davon wollten wir, die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 1 aus St. Josef, ein Bild machen. Angekommen in Burladingen sahen wir einen rund 20-minütigen Film, der uns die 100-jährige Firmengeschichte von TRIGEMA näherbrachte. Anschließend bekamen wir eine Führung durch das gesamte Werk.
Angefangen bei der Stoffherstellung. Die Baumwolle, die für die Produktion des Stoffes benötigt wird, stammt aus Griechenland und der Türkei. Jeden Tag produzieren Großrundstrickmaschinen über zehn Tonnen Stoff. Im Dreischichtbetrieb werden rund um die Uhr Stoffe aus unterschiedlichen Texturen hergestellt.
Nachdem der Stoff hergestellt wurde, durchläuft er in der Verarbeitung verschiedene Veredelungsprozesse. Die Wasch- und Bleichanlagen arbeiten mit minimalen Wasser- und Energieverbrauch. Hinzukommt, dass TRIGEMA in Kaltfärbeanlagen färbt, diese Methode benötigt erheblich mehr Zeit, ist dafür jedoch um einiges umweltfreundlicher.
Um so wenig Verschnitt wie möglich zu haben, ermitteln Computer den perfekten Zuschnitt, bevor - bis zu 150 Stoffbahnen gleichzeitig zugeschnitten werden. Aus dem Verschnitt stellt TRIGEMA unter anderem Putzlappen oder Malerflies her, so entstehen keine Abfälle.
Nach dem Zuschnitt werden die Artikel sortiert und zu den Näherinnen und Nähern überstellt. Genäht wird bei TRIGEMA in den drei Werken in Burladingen, Altshausen und Rangendingen.
Die Firma TRIGEMA näht nicht nur Kleidung, sondern bestickt oder bedruckt Textilien auch nach den individuellen Wünschen des Kunden.
Zum Schluss unserer Führung konnten auch noch einen kurzen Blick in die Büroräume von TRIGEMA werfen. Die Büroräume haben weder Wände noch Türen. Gläserne Produktion bis hin zur Chefetage!
TRIGEMA zeigt eindrucksvoll, dass man auch in der heutigen Zeit mit „Made in Germany“ Erfolg haben kann. Mit einem Umsatz von über 100 Millionen Euro im vergangenen Jahr und 1200 Beschäftigen steht das Unternehmen von Wolfgang Grupp gut gewappnet für die Zukunft da. Zusammen mit seinen Kindern Bonita Grupp und Wolfgang Grupp Jr. setzt TRIGEMA voll und ganz auf nachhaltig produzierte Ware und erhielt dafür im Jahr 2014 den Cradle-to-Cradle-Products-Innovator-Award, der dafürsteht, dass bei der Warenproduktion keine Abfälle erzeugt werden, sodass Ressourcen den zukünftigen Generationen erhalten bleiben.
TRIGEMA zeigt, dass man mit „Made in Germany“ sehr wohl Erfolg haben kann.
(Tabitha Kolnik 12 SG, St. Josef)

 

 

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