Schulträger

Die Schule für Hörgeschädigte St. Josef in Schwäbisch Gmünd ist eine private Einrichtung in der Trägerschaft der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul in Untermarchtal e. V.

Die Schule wurde im Jahr 1868 auf Veranlassung des damaligen Vorstands der Königlich Württembergischen Taubstummenanstalt Gmünd, des evangelischen Stadtpfarrers Hermann Wagner, zunächst als „Filialanstalt" gegründet und von den Barmherzigen Schwestern im Mutterhaus in der Bocksgasse 20 begonnen. 1869 übersiedelte diese Zweigstelle in den Neubau in der Katharinenstraße 16. 1911 wurde die „Filialanstalt" selbständig unter der Leitung und Trägerschaft der Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul, deren Mutterhaus 1891 von Schwäbisch Gmünd nach Untermarchtal verlegt worden war.

Die Gemeinschaft der Barmherzigen Schwestern (Vinzentinerinnen) wurde 1633 durch Vinzenz von Paul und Louise von Marillac in Paris gegründet. Aufgabe und Ziel dieser Schwesterngemeinschaft waren Pflege der Kranken und Alten, Betreuung und Unterstützung der Armen, Behinderten, Waisen und Findelkinder in den Wirren des 30-jährigen Krieges und in der Folgezeit.

Die Gemeinschaft der Barmherzigen Schwestern war nicht nur auf das Frankreich des 17. Jahrhunderts beschränkt. Die Schwestern wurden sehr bald in die damaligen französischen Kolonien gerufen und natürlich auch in viele europäische Nachbarländer. Heute nimmt der Orden weltweit soziale Aufgaben wahr.

1734 kamen Barmherzige Schwestern von Chartres nach Zabern. Das Mutterhaus dieser Schwestergemeinschaft wurde 1827 nach Straßburg verlegt.

In den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts bemühte sich die Gmünder Geistlichkeit um Schwestern für die beiden Gmünder Spitäler. 1852 kamen vier Schwestern für sechs Jahre von Straßburg nach Gmünd. Nach dieser Zeit sollte in Gmünd ein selbständiges, von Straßburg unabhängiges Mutterhaus gegründet werden. Dieses Mutterhaus wurde am 2. Juli 1858 in Gmünd in der Bocksgasse 20 eröffnet.

Von dort aus wurden sehr viele heute noch bestehende Einrichtungen gegründet:
z.B. bereits zehn Jahre nach der Gründung des Mutterhauses die Schule für Hörgeschädigte St. Josef, und zuvor 1855 eine Kleinkinderschule in Gmünd; 1858 im
Mutterhaus ein Altenpflegeheim, heute Seniorenzentrum St. Anna; 1860 das Mädchenpensionat, heute St. Loreto in Schwäbisch Gmünd; 1864 das erste psychiatrische Krankenhaus in Gmünd, das 1898 nach Rottenmünster bei Rottweil verlegt wurde. 1875 wurde das erste ordenseigene Krankenhaus, das Marienhospital in Stuttgart und 1900 der Kurbetrieb in Bad Ditzenbach eröffnet. 1960 begann die Missionstätigkeit in Tansania / Ostafrika. Dort wurde 1984 die Gehörlosenschule St. Vincent in Ruhuwiko / Distrikt Songea eröffnet.


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